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3.1. Angriffe auf FTP
Grundlegend gibt es zwei Angriffsmethoden mit denen ein Angreifer übertragene Daten
abfangen kann. Ob ein Server im passiven oder aktiven Modus betrieben wird ist dabei
ausschlaggebend für die Vorgehensweise. Demnach unterscheidet man einen passiven von
einem aktiven Angriff.
Passiver Modus:
[1] Der Client teilt dem Server mit, dass er zum Datentransfer bereit ist. Der Server wartet
auf einem nicht privilegierten Port und teilt dem Client diese Port-Nummer mit.
[2] Der Client öffnet dann eine Verbindung zu dem entsprechenden Server Port.
Aktiver Modus:
[1] Der Client horcht auf einem nicht privilegierten Port und teilt dem Server diese Port-
Nummer mit.
[2] Der Server öffnet von seinem Port (Standart FTP-Port: 20) eine Verbindung zum
entsprechenden Port des Clients.
3.1.1. Passiver/Aktiver Angriff
Bei einem solchen Angriff nutzt der Angreifer aus, dass nicht überprüft wird, ob das Paar
(Client, Server) aus Schritt 2 noch dem aus Schritt 1 entspricht.
Beim Betrieb im passiven Modus kann der Angreifer probieren die Port-Nummer auf der
Server-Seite zu erraten. Bei Erfolg ist es ihm damit möglich wie der richtige Client eine
Verbindung zu diesem Port zu öffnen. Der Server selbst merkt dabei nicht, dass Daten an
zwei Clients über den selben Port geschickt werden.
Die Port-Nummer zu erraten, ist für den Angreifer nicht schwer. Er öffnet eine gewohnte
FTP-Verbindung und bringt so die Port-Nummer des Datenkanals auf dem Server in
Erfahrung. Gewöhnlich werden diese Port-Nummern in direkt aufsteigender Reihenfolge
verteilt, sodass die Darauffolgenden leicht zu erraten sind.
Auf ähnliche Weise ist ein Angriff im aktiven Modus durchführbar.
3.1.2. Bounce Attack
Ein solcher Angriff (siehe Abbildung 4 Seite 6) ist durch das FTP-Kommando PORT
möglich. Dabei sendet der Angreifer mit dem Port-Befehl die IP-Adresse und den Port (z.B.
25 für SMTP) des Rechners, der angegriffen werden soll, an einen FTP-Server. Danach ist es
dem Angreifer möglich den Server zu veranlassen eine Datei mit Kommandos an den
entsprechenden Rechner zu versenden, die der angegriffene Dienst (hier also SMTP-
Kommandos) versteht. Dieser Angriff (auch Tunneln genannt) ist sehr schwer zurück zu
verfolgen, da der Angreifer sein Opfer nicht direkt, sondern über einen anderen Rechner
attackiert.
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